Gesund im Beruf -
Lebensqualität und Leistungsfähigkeit


14.12.2007
Im Dezember ging das von der Aktion Mensch geförderte Projekt zur Unterstützung für Eltern von besonderen Kindern zu Ende. Im Rahmen dieses Projektes wurden sehr gute Erfahrungen mit der Beratungssprechstunde zur Bewegungsentwicklung gemacht. Deshalb wird dieses Angebot auch in Zukunft weitergeführt. Interessierte Eltern können einen Termin vereinbaren: mail: UteKarnahl@web.de. Auszüge aus dem Projekt- und Eltern-Erfahrungebericht:
Integritas - Beratungsangebot für Familien zur Bewegungsentwicklung ihrer Kinder - Entwickelt und bewegt sich Ihr Kind "normal"? Zeitgerecht? Geschickt? Harmonisch? Sind Sie unter Druck? Gestresst?
In den ersten 18 Lebensmonaten lernt ein Baby das Drehen, Sitzen, Krabbeln, Stehen, Laufen, Sprechen, Greifen, - alle wichtigen Bewegungen für das ganze weitere Leben. Es entscheidet sich bereits, wie aufrecht ein Kind später Sitzen und Stehen wird, wie seine Körperhaltung sein wird, wie vielfältig sich die Handmotorik entwickelt, wie geschickt, harmonisch und gut koordiniert seine Bewegungen sein werden.
Grund genug, der Entwicklung der Kleinstkinder besondere Aufmerksamkeit zu schenken um eventuelle Abweichungen möglichst frühzeitig zu erkennen und auszugleichen. Dieses spezielle Beratungsangebot richtet sich
an Eltern, die wissen wollen, wie ihr Kind sich entwickelt und wie sie diese Entwicklung optimal fördern könnnen,
an Eltern, die unsicher sind, ob ihr Kind sich rechtzeitig entwickelt,
an Eltern von besonderen Kindern, mit Einschränkungen, Beeinträchtigungen, Entwicklungsverzögerungen,
an Eltern, die ihre Kindern bestmöglich in der Entwicklung unterstützen möchten.
Von Juni bis Dezember 2007 fand jeweils Mo. 14.30-16.00 Uhr die Beratungssprechstunde für Eltern zur Entwicklung ihrer Kinder statt. Das Angebot richtete sich dem Projekt entsprechend insbesondere an Eltern, deren Kinder Besonderheiten in ihrer Bewegungsentwicklung zeigten, wo die Geburt des Kindes zu früh oder kompliziert war bzw. an Eltern, die sich nicht sicher waren, ob die Entwicklung ihrer Kinder zeitgerecht „normal“ verläuft.
Die Beratung erfolgte durch Dr. U. Karnahl, Biologin und Bewegungspädagogin nach Dr. M. Feldenkrais mit Spezialisierung für die Arbeit mit Babies und Kleinkindern, systemische Beraterin i. A. Das Beratungsangebot wurde sehr rege genutzt, ca. 40 Kinder und Eltern nahmen das Angebot wahr. Sie wurden meist sehr zeitig von den Hebammen bzw. durch die PEKIP-Kursleiterin auf diese Beratungsmöglichkeit hingewiesen, die als die ersten Ansprechpartnerinnen in frühem engem Kontakt mit Mutter und Baby. Dadurch wurde eine sehr frühe Ansprache und Aufmerksamkeit der Mütter erreicht und Babies teilweise schon um die 4. Woche vorgestellt.
Dabei handelte es sich hauptsächlich um Babies mit Beckenendlage, Kaiserschnittgeburten, schwierige oder langwierige Entbindungen, die zu Auffälligkeiten bei den Kindern führten; um Babies mit Asymmetrien zwischen rechts und links in der Kopfhaltung, Drehung und anderen Bewegungsabläufen; um Schwierigkeiten in der Regulation der Muskelspannung zwischen rechts und links bzw. zwischen Streckung (Überstreckung) und Beugung; um leichte Verzögerungen der Bewegungsentwicklung, allgemeine Unruhe und Irritierbarkeit der Babies. Insgesamt wurde dieses Angebot sehr gut angenommen und intensiv genutzt.
Das Bertungsabgebot besteht weiterhin und umfasst:
Gleichzeitig mit dem Kind erlernt die Mutter/der Vater praktische Bewegungsangebote für das Baby und sie, mit der sie das spezielle Lernziel zuhause weiter unterstützen kann. Sie erlernt gleichzeitig auch eine besondere Aufmerksamkeit für den Lernprozeß der Bewegungsentwicklung ihres Kindes, verbunden mit der Fähigkeit, ihre eigene muskuläre und allgemeine Anspannung, ihr eigenes Tempo, mögliche Anzeichen von Überforderung beim Baby wahrzunehmen und sich ihrem Baby nach Temperament und Situation anzupassen. Durch den sehr zeitigen Erstkontakt wurden einerseits frühe Unsicherheiten der Mütter ausgeräumt und andererseits sehr früh Unterstützungen für den Lernprozeß der Babies gegeben, ehe sich kleine Auffälligkeiten zu komplexeren Problemen verfestigen konnten. So zeigten die Babies im allgemeinen nach 1-3 Lern-Stunden keine Asymmetrien mehr, konnten den Muskeltonus besser regulieren, vor allem leichter aus der überstreckten Haltung zu einer entspannten Haltung zurückfinden und waren leichter zu beruhigen; auch, weil die Eltern besser Anzeichen von Irritation, Überforderung und Unruhe des Kindes erkennen, deuten und beruhigend antworten konnten. Vorhandene Unsicherheiten wurden durch beratung unterstützend besprochen, Stress der Eltern regulieren gelernt, Angebote zum Schlaftraining fanden Anklang.
Stellvertretend für alle beteiligten Eltern folgende Erfahrungsberichte:
Liebes Iris-Team, Eure Hebamme Eva hat bei meiner kleinen Tochter Emma Ahlborn (geb. 24.6.07-Kaiserschnitt, Beckenendlage) leichte Blockierungen im Hüft- und Halswirbelbereich festgestellt und mir daraufhin Frau Dr. Ute Karnahl empfohlen. Nach zwei Feldenkrais-Stunden bei Euch im Zentrum sind diese fast komplett erschwunden. Frau Karnahl hat mit Emma sehr einfühlsam gearbeitet und mir gezeigt, wie ich zuhause selbst mit ihr arbeiten kann. Das funktioniert sehr gut und ich bin echt dankbar, dass es dieses Angebot bei Euch gibt. Liebe Grüße, Melanie Heise
Aminas Eltern: Die Mutter: Schon in den ersten Minuten mit Ihnen konnten mein Kind und ich schon viel Vertrauen fassen. Ich möchte mich erst mal für Ihr Einfühlungsvermögen, Ihre Geduld und Ruhe Amina gegenüber bedanken. Wir waren sehr erstaunt, wie schnell aus dem „Rudern“ unserer Tochter flüssige und gezielte Bewegungen wurden. Sie haben uns sehr geholfen, die Entwicklung von Amina besser zu verstehen. Wir hätten nie gedacht, daß sie entwicklungsmäßig so aufholt. Ich war überrascht, dass sie nach so kurzer Zeit schon viel aktiver war. Amina ist mit jedem Neuen, was sie dazu lernt, ausgeglichener. In der Nacht nach unserem ersten Termin konnte ie viel besser einschlafen, weil sie ihre Arme einfach fallen lassen konnte. Nach dem Zweiten verstand sie, dass auf dem Bauch liegen auch Vorteile hat. Durch intensives selbständiges Üben kann sie sich alleine auf den bauch und auch wieder zurück drehen. Sie ist eifrig darin, jeden Tag etwas Neues zu lernen und versucht es so lang, bis es klappt. Unsere Familie hat dank Ihnen so viel dazu gelernt. Ich bin der Meinung, dass alle Eltern mit ihren Kindern die Feldenkraismethode ausprobieren sollten. Denn so viel Wissen über Bewegungsabläufe der Babys konnte uns niemand, auch kein Kinderarzt, vermitteln. Der Vater, der bei beiden Terminen dabei war: Schon nach dem ersten Termin bemerkte meine Tochter (6 Monate), daß man sich nicht verkrampfen muß, um sich bewegen zu können. Da wir die Übungen fleissig fortsetzten, ging für sie nach kurzer Zeit schon vieles einfacher. Sie zog mit Leichtigkeit die Füsse zum Mund und drehte sich nach dem zweiten Termin schon alleine auf den Bauch. Meine Tochter kommt seitdem besser an umliegendes Spielzeug und beschäftigt sich auch gern mal alleine. Mit sich wurde sie geduldiger, auch, wenn etwas nicht gleich beim ersten Mal klappt. Jetzt ist sie schon 8 Monate alt, macht erste Krabbelversuche, dreht sich spielend leicht af den Bauch, sitzt und ist offen allem Neuen gegenüber. Ich bedauere, nicht schon eher von der Feldenkraismethode erfahren zu haben. So viel Wissen über Bewegung des Babys hat uns vorher noch niemand vermitteln können. Ich bin der Meinung, es sollte jeder Familie zur Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt empfohlen werden, denn etwas besseres gibt es für sein Kind und sich selbst nicht.